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Von der Trommel zur Zeitung

Auf ihren Reisen durch bisher unentdeckte Gebiete haben sich Forscher oft darüber gewundert, daß die Wüsten-, Prärie- und Dschungelvölker, die sie zu besuchen gedachten, sie ohne jedes Zeichen der Überraschung empfingen, ja oft bereits noch vor ihrem Eintreffen Nahrung und Unterkunft für die Expeditionsteilnehmer bereithielten. Wenn sie sich dann bei den betreffenden Stämmen erkundigten, wieso sie von ihrem Kommen gewußt hätten, erhielten sie ausweichende Antworten wie: „Wir wußten es eben", oder: „Man hat es uns gesagt." Wie nun war es diesen in der tiefsten Wildnis lebenden Menschen möglich, ohne moderne Verständigungsmittel im voraus die Nachricht von der Ankunft der Forscher zu erhalten?
Manche weiße australische Schafzüchter haben sich darüber gewundert, daß einige ihrer treuesten eingeborenen Arbeiter plötzlich für Tage verschwanden, um dann ebenso unerwartet wiederzukommen und ihre Pflichten wieder aufzunehmen. Nach den Gründen hierfür befragt, antworteten sie endlich nach langem Zögern: „Wir sind von unserem Stamme hinberufen worden und würden mit dem Tode bestraft, wenn wir uns weigerten, dem Ruf zu folgen." Welchem Ruf? Wie erreichte er sie in der Verlassenheit des wilden australischen Busches?

Der Reisende, der sich in die Gebiete der Naturvölker wagt, muß damit rechnen, daß die ihn umgebendem Stämme der schriftlosen Völker seit Jahrhunderten ein vollkommenes System der drahtlosen Telegraphie erfunden und angewandt haben. Ihre Methoden der Nachrichtenübermittlung sind unfehlbar, und weder Kurzschluß noch Wetterstörungen können ihre Funktion beeinflussen. Denn der Lebenskampf in der Wildnis ist unerbittlich hart, und die Schnelligkeit, mit der wichtige Nachrichten empfangen und verbreitet werden, entscheidet oft über Leben und Tod. Der Forscher kann kaum hoffen, alle Geheimnisse der primitiven Signalsysteme zu erfahren, aber auf seinen Reisen hat er Gelegenheit genug, sich von ihrer Kompliziertheit und Wirksamkeit zu überzeugen. Was er auf diesem Gebiet beobachtet, ist bewunderungswürdig.

Das einfachste menschliche Verständigungsmittel ist natürlich die Sprache, deren Gebrauch zu der Herausbildung anderer akustischer Übermittlungsmethoden geführt hat. Im Gegensatz zu diesen akustischen Methoden stehen die optischen Mittel der Nachrichtenübermittlung, deren höchste Entwicklung mit den Anfängen der Schrift erreicht wird. Rundfunk und Zeitung — die Aufnahme von Nachrichten durch das Ohr oder durch das Auge — sind ja auch in der Welt der Zivilisation die beiden Medien der Information. Obwohl ihre Ausdrucksmöglichkeiten sich in unserer Welt bedeutend differenziert haben, sind es doch genau dieselben beiden Prinzipien, die seit Erschaffung der Welt dem gleichen Zwecke gedient haben. Bei den Naturvölkern finden wir, daß die akustischen Methoden — Sprache und Klang — von denjenigen Stämmen benutzt werden, die in relativ begrenzten Regionen wohnen, während die Anwendung optischer Mittel vor allem von Völkern bevorzugt wird, deren Stammesland sich über weitausgedehnte Gebiete erstreckt.

Die engen Gemeinschaften der bodenbautreibenden Völker mit dem Dorf als größter politischer Einheit haben Verständigungsmethoden entwickelt, die hauptsächlich auf dem Klang beruhen. Im Gegensatz zu ihnen verlassen sich die Hirtenvölker und die ihnen verwandten Stämme, die oft durch gewaltige Strecken voneinander getrennt leben, vor allem auf optische Nachrichtensignale. Diese optischen Methoden der Nachrichtenübermittlung haben sich dann in den alten Hochkulturen, ausgehend vom gezeichneten Bilde, zur Erfindung der Schrift verdichtet.

Erst in der Hochkultur war es dann auch möglich, das optische sowohl wie das akustische Prinzip so zu vervollkommnen, daß sich die heute in der zivilisierten Welt üblichen Informationsmethoden herausbilden konnten. Die Kunst des Schreibens ist wahrscheinlich von den Priestern als ein ihren eigenen Zwecken dienendes Geheimmittel erfunden worden. Dies bedeutet jedoch nicht, daß etwa alle Methoden der Nachrichtenübermittlung ursprünglich religiöser Natur gewesen seien. Von den ältesten Zeiten an kann man deutlich zwei parallel laufende Ursprungsideen der Nachrichtenübermittlung unterscheiden: eine rational-zweckbegründete und eine in religiösen Vorstellungen wurzelnde.

Im Prinzip ist der Unterschied zwischen unseren modernen Methoden der Nachrichtenübermittlung und denen der Naturvölker durchaus nicht so grundlegend, wie man annehmen könnte. Trotz ihres gewaltigen Einflusses erreichen weder Telegraph noch Zeitung und Radio sofort die gesamte Bevölkerung. Selbst heute noch werden auf dem Lande zuweilen Informationsmethoden angewandt, die denen der Naturvölker sehr ähnlich sind. So ruft in manchen Gegenden noch immer die Glocke des öffentlichen Ausrufers die Dörfler zusammen, um ihnen die neuesten Bestimmungen des Bürgermeisters oder Ortsschulzen zu verkünden — eine Methode, die von der Dorftrommel auf Neuguinea, in Afrika und in Südamerika in ähnlicher Weise übernommen wird. Und die Botenfrau eines abgelegenen Dorfes, die die bestellten Waren auf ihrem Zettel durch rohe Zeichnungen von Radieschen, Mehltüten oder Haushaltsgegenständen kennzeichnet, unterscheidet sich nicht von den mnemotechnischen Schreibkünstlern der nordamerikanischen Indianer, die ihre Stammes- und Kriegsgeschichten, ihre Gesänge und Genealogien in Bilderfolgen festhalten.

Aber diese Analogien gehen noch viel weiter. Die uralten Sitten, sich durch einen Knoten im Taschentuch an einen übernommenen Auftrag zu erinnern, einen Trauerflor am Arm zu tragen, um einen Todesfall in der Familie anzuzeigen, einen Wegweiser an der Straßenkreuzung anzubringen, einen Gong als Ruf zum Essen anzuschlagen, einen Stab über dem Verurteilten zu brechen oder die Johannisfeuer auf den Bergen anzuzünden, haben ihre genauen Parallelen in ähnlichen Traditionen der Naturvölker, wenn etwa die Australier geschnitzte Nachrichtenstäbe bei sich tragen, die Tasmanier ihr Gesicht mit Trauerfarbe bemalen, die sibirischen Stämme richtunganzeigende Zweige an Kreuzwegen anbringen, wenn beim Verkünden des Urteilsspruches durch den Lo-angorichter Grasbüschel ausgerissen werden, oder wenn die Feuer- und Rauchsignale der Prärieindianer, der Pueltsche, der Australier und Papua der Gemeinschaft wichtige Ereignisse kundgeben. Alle diese Zeichen sind Nachrichtenträger, die von den Menschen der jeweiligen Gebiete genau verstanden und interpretiert werden.

Wir sahen, daß die Sprache das älteste menschliche Verständigungsmittel ist, denn es gibt auf der ganzen Welt kein Volk ohne Sprache. Die Sprache jedoch ist durchaus nicht auf das artikulierte Wort beschränkt, sondern kann als Signalmittel alle nur erdenklichen Ausdrucksformen annehmen, deren der menschliche Kehlkopf fähig ist. So vermitteln etwa die Weddas von Ceylon und die zentralafrikanischen Pygmäen ihre Nachrichten mit Hilfe eines seltsamen geflüsterten Singsangs. Margaret Hastings, eine im zweiten Weltkriege in der amerikanischen Armee diensttuende Heeresangehörige, die infolge eines Flugzeugunglücks in einem Tal von Neuguinea abstürzte, hörte plötzlich „eine seltsame, immer stärker werdende Klangwelle, die sich anhörte wie das Japsen einer großen Hundemeute". Es war, wie sie später erfuhr, ein Signal der Eingeborenen, das eine Gruppe hilfsbereiter Stammesangehöriger zu dem Unglücksorte berief. Die Stämme Neuguineas bedienen sich dieser Klangsignale in der verschiedensten Weise und rufen sich oft von Bergspitze zu Bergspitze wichtige Nachrichten zu, die auf genau eingerichteten Zwischenstationen weitergegeben werden.

Der Forscher Vanoverbergh fand bei den Negritos von Nord-Luzon fünf verschiedene Arten von „Nachrichtenschreien", die er in folgender Weise beschreibt:

1. Ein sehr hoher, langer, schriller Schrei ohne Tonvariationen. Er bedeutet ,Wo bist du?' und wird meist im Walde angewandt.

2. Ein dem vorigen gleichender Schrei, aber etwas tiefer. Er bedeutet ,Was ist los ?', ,Was brauchst du?' und wird oft als Antwort zu l gerufen.

3. Ein dem vorhergehenden gleichender, aber viel kürzerer Schrei, dem in kurzen Abständen ein anderer sehr kurzer und tiefer Schrei folgt. Dies bedeutet ,Komm!', ,Komm hierher!' usw. Dieses Signal ist im Walde üblich, wird aber auch von Leuten angewandt, die sich einer Wohnstätte oder einem Treffplatz nähern.

4. Ein sehr langer, schriller Schrei, der in sehr hoher Tonlage beginnt und langsam immer tiefer wird. Dieser Schrei wird von allen Anwesenden ausgestoßen, wenn es plötzlich donnert oder wenn ein jäher Windstoß sich erhebt.

5. Der fünfte Schrei ist ,emotioneller Natur'."

Die Huronen und Irokesen zeigten schon von ferne durch langausgedehnte „Skalpschreie" die Zahl der während einer Schlacht getöteten Feinde an. Swanton berichtet von den Creek-Indianern, daß bei ihnen „ein besonderes Husten als Signal benutzt" wurde und unterscheidet zwischen dem „Todeshusten" und dem „Husten des mit einem Skalp aus der Schlacht heimkehrenden erfolgreichen Kriegers".

Corbett hat bei den primitiven Stämmen Indiens den Gebrauch eines Signalschreies beobachtet, der die Nachbardörfer vor Tigern warnt, die Mensch und Tier zu verschlingen drohen:

Ein auf einem Kommandoposten (Felsen oder Hausdach) stehender Mann stößt laute Schreie aus, um die Bewohner des Nachbardorfes zu warnen, und ruft dann mit lauter Stimme seine Meldung zu ihnen hinüber. Diese Meldung wird in unglaublich kurzer Zeit von Dorf zu Dorf weitergegeben. So erfuhr die ganze Gegend sofort von den Überfällen des menschenfressenden Tigers, kurz nachdem sie sich ereignet hatten."

Mag jedoch der Signalposten noch so gut gewählt sein — die Tragweite der menschlichen Stimme bleibt relativ gering. Es war deshalb nur logisch, ihre Lautstärke durch speziell gebaute Instrumente zu vergrößern, so daß alle Betroffenen die Nachricht deutlich hören konnten. Die westlichen Bantu haben zu diesem Zweck ein kompliziertes Signalpfeifensystem erfunden, und auch im Ostsudan und in Nordkamerun gehören Flötensignale zu den üblichen Nachrichtenverbreitungsmitteln. Auch Signalhörner und Muscheltrompeten dienen dem gleichen Zweck, und zwar besonders bei den Wüte von Kamerun, den Zueva und Karaiben Südamerikas und den Admiralty- und Karolineninsulanern. Die Signaltrompeten unserer modernen Heere gehen auf diese uralten Nachrichtenträger zurück.

Das wichtigste Signalinstrument der akustischen Nachrichtenübermittlung ist jedoch die Trommel, und zwar besonders die sogenannte Schlitz- oder Signaltrommel, die ein typisches Kulturelement der primitiven Pflanzer Westafrikas, Südamerikas und Neuguineas darstellt. Sie besteht aus einem Baumstamm oder dem Teil eines Baumstammes, der bis auf die beiden Endsegmente vollständig ausgehöhlt ist. Im oberen Mittelteil befindet sich ein langer und verhältnismäßig enger Schlitz, in den ein oder zwei Schlegel eingeführt werden, die je nach ihrer Größe und der Kraft des Trommlers Laute von verschiedener Tonhöhe hervorbringen. Durch diese abgestuften Trommelschläge ist es möglich gewesen, ganze Signalsysteme auszuarbeiten, die von außerordentlicher Mannigfaltigkeit sind.

Diese zylindrischen Trommeln sind zuweilen auch kleiner oder nehmen andere Formen an, wie zum Beispiel die Kastentrommeln mancher afrikanischer Stämme. Die Banda, ein Ubangistamm aus Französisch-Äquatorialafrika, kennen zwei genau festgelegte Trommeltypen: die l i n g a und die okporo. Die linga ist ein großer ausgehöhlter und auf vier Füße aufmontierter Baumstamm. Auf ihr wird mit zwei verschieden großen Schlegeln getrommelt, deren Enden Gummibälle tragen. Die o k p o r o ist kleiner und konisch geformt und wird mit der Hand oder mit einem leichten Stab zum Tönen gebracht. Sie findet besonders bei Begräbnisfeierlichkeiten Verwendung.

Nachrichten aller Art werden auf diesen Trommeln verkündet und weitergeleitet, seien sie nun amtlicher oder zeremonieller Natur. Auch herannahende Safaris werden auf diese Weise angemeldet. Als die Forscher Hives und Lumley sich einem nigerischen Dorfe näherten, eilten ihnen die ankündigenden Trommelrufe voraus, die allen, die Ohren hatten, zu hören, die Botschaft zuriefen: „Kommt ohne Furcht zum Marktplatz! Der weiße Mann ist da und will mit euch reden! Kein Kriegspalaver! Kommt!" Dieses kilometerweit hörbare Signal wurde von Zeit zu Zeit wiederholt, so daß jeder Eingeborene in der Lage war, es richtig auszubuchstabieren. Meist werden die großen Trommeln in der Mitte des Marktes aufgestellt und haben die Bedeutung eines Telegrafenamtes, von wo aus alle wichtigen Neuigkeiten für die Gesamtbevölkerung ausgegeben werden.

Auch die südamerikanischen Indianer haben ähnliche Trommeln, die oft noch mit besonderen in den Schlitz hinabreichenden Zungen ausgestattet sind. Diese oft nach den altmexikanischen und mittelamerikanischen Modellen als teponatzli bezeichneten Trommeln rufen in Columbia die Zueva herbei und sind den Cara von Ekuador sowie den Jivaro und Tukano der Orinoko- und Amazonasgebiete ebenfalls bekannt. Sie sind über sehr weite Entfernungen hin hörbar und werden mit gummiüberzogenen Schlegeln geschlagen. Sie verkündigen das Herannahen von Feinden und rufen zum Bau der Verteidigungsbastionen auf, versammeln aber auch die Dorfbewohner zu friedlichen Zusammenkünften. Oft sind sie mit künstlerischen Schnitzereien verziert. Auch die Eingeborenen der Gazellehalbinsel haben höchst differenzierte Signalsysteme ausgearbeitet, mit deren Hilfe sich Neuigkeiten aller Art detailliert ausdrücken lassen, sei es nun die Ankunft von Schiffen oder Fremden oder der Ausgang einer erfolgreichen Schweinejagd. Fast jedes Haus hat seine eigene Trommel zum „Telefonieren" mit den Nachbarn.

Ganz besonders interessant ist die Trommelsprache der Nor-Papua (Dallmannhafen, Neuguinea), die ihre Signale auf der großen döbön - Schlitztrommel und der kleineren voagön - Handtrommel, die reich geschnitzt, sanduhrförmig und an einem Ende mit Eidechsenhaut überzogen ist, geben. Diese letztere Trommel begleitet vor allem die Tänze und Gesänge, während die döbön zum Verbreiten wichtiger Nachrichten benutzt wird. Der ausgezeichnete Nor-Papuakenner Pater Joseph Schmidt hat der Trommelsprache dieses Stammes seine besondere Aufmerksamkeit zugewandt und hat mit Hilfe eines Punktsystems, bei dem die Lautschwankungen durch kleinere oder größere Punkte gekennzeichnet sind, viele Nor-Papua-Signale aufgezeichnet. Die folgenden Proben stammen aus seiner Sammlung.

Wenn zum Beispiel ein hungriger Ehemann abends heimkommt und feststellt, daß seine Frau noch immer draußen in der Lagune fischt, ruft er sie durch das folgende Trommelzeichen heim:

.....l.....l.....l......

Die letzten sechs Punkte stellen die „persönliche Unterschrift" des Mannes Saijam dar.

Aber nicht nur das Individuum, sondern auch die gesamte Sippe hat ihr eigenes charakteristisches Alarmzeichen oder „Motiv", so daß der Hörer sofort feststellen kann, ob etwa nur zwei Einzelpersonen miteinander „telefonieren" oder ob die Gesamtsippe sich an alle Dorfbewohner wendet. Diese Sippen„unterschrift" heißt m ö r ö b. Wenn also zum Beispiel nicht nur die Frau des Saijam, sondern alle Frauen des Dorfes ungewöhnlich lange ausbleiben sollten, so wenden sich nicht die jeweiligen Ehemänner privat an ihre Frauen, sondern die Sippe ruft alle weiblichen Bewohner zurück, und zwar mit Hilfe eines einzigen möröb - Signals:

• ••••••••l •••••••••••) ••••••••••••••••
......•••••••••••! ••••••••••••••••

Jeder individuelle oder m ö r ö b - Trommelruf hat einen eigenen Namen, der es den Dorfklatschbasen leichter macht, die neuesten Nachrichten zu besprechen. Wenn einige alte Frauen zum Beispiel den gankabaret hören, so wissen sie sogleich, daß die bestellten Waren in einem bestimmten Haushalt abgeliefert worden sind, daß der Bote jedoch niemanden zu Hause antraf, weshalb er den abwesenden Kunden durch das gankabaret benachrichtigt:

.........l.......l.......l.......!.......l.

Diese öffentliche Verkündung privater Nachrichten macht das Leben für einen Dieb recht unangenehm, der beim Anhören des naboaröm erfährt, daß die gesamte Dorfgemeinschaft aufgefordert wird, ihm eine ordentliche Tracht Prügel zu versetzen. Er mag sich wohl zur Zeit in einem sicheren Versteck befinden, aber das naboaröm warnt ihn schon im voraus vor den unangenehmen Dingen, die da kommen werden:

......l.....I......l.....

Auf diese Weise erhält der ganze Stamm Kenntnis von den freudigen oder traurigen Tagesereignissen.

Zu den guten Nachrichten gehört vor allem die von dem Signal der „Tabaktrommel" sakein döbön übermittelte Einladung ins Gemeinschaftshaus. Wie die Punkte andeuten, wird das Signal in vier verschiedenen Lautstärken gegeben:

•••l! •••!! «o« ...«i....| •..!•••••!

Die melancholische Eintönigkeit des brag atan-Signals, dessen Name „der Geist spricht" bedeutet, bringt die Trauernachricht vom Tode eines Erwachsenen:

••••••••l•••••••••••••[•••e•••
Die komplizierte Natur dieser Signale erfordert ein sorgfältiges Zuhören. Um dies zu erleichtern, wird die Nachricht selbst durch einen Kennruf eingeleitet, der dem Hörzeichen einer Rundfunkstation entspricht. So geht jedem m ö r ö b - oder Sippensignal das folgende Motiv voran:

.....• • • l ••••^••••••••! • • ||

Die Vielfältigkeit der Trommelsignale dieses Stammes ist fast unbegrenzt. Zu den feststehenden Nachrichtenrufen gehören vor allem der Warnungsruf, der Zusammenruf der Gemeinschaft, der Betelnußruf (alle Männer sollen mit Betelnüssen ins Gemeinschaftshaus kommen), der Kokosnußruf, der Schweinezähne- oder Hundezahnruf (diese Geldsorten sollen zu Handelszwecken, etwa zum Ankauf eines Kanus, herbeigebracht werden) und viele andere.

Während die Menschen so durch die Trommel herbeigerufen werden, erfordert die Würde der Geister ein anderes Medium der Einladung, nämlich den Klang der brag - Flöte, eines geheiligten Instruments, auf dem nur die Männer spielen dürfen. Diese Kunst des brag -Flötespielens gehört zu den Hauptlehrfächern der jungen Leute während der Initiationszeremonien. Ein Mann, der diese Flöte nicht gut zu spielen versteht, kann niemals Einfluß gewinnen. Die Eingeborenen halten den Klang der brag - Flöte für die Stimme eines heiligen Geistes, der dorthin gelockt wird, wo die Flöte ertönt. Wenn die Gewandtheit des Flötenspielers ihn befriedigt, so zieht der brag - Geist selbst in die Flöte ein und läßt sich in ihr zu weiteren Zeremonien in das besonders erbaute brag - Haus tragen.

Weit verbreiteter als die akustischen Nachrichtensysteme sind jedoch die optischen. Auch diese Verständigungsmethode beginnt mit den Bewegungen des menschlichen Körpers. Genau wie die Sprache das einfachste akustische Ausdrucksmittel ist, so stellt die Gebärde die Urform der optischen Signalsysteme dar. Oft drückt die Geste gewisse Schlüsselworte, wie Zahlen, Dinge, Stimmungen oder Himmelsrichtungen, aus, kann sich aber zuweilen zu einem regelrechten Sprachersatz ausbilden, wobei eine Folge mimischer Ausdrucksformen oder Gesten zur Bildung ganzer Sätze verwendet wird.

Beispiele der ersten Art sind die durch Gebärden bezeichneten Nummern der Tokar von Kamerun oder die Wortzeichen der Prärieindianer, die zum Beispiel das Wort "Frau" durch eine kämmende Bewegung, "Zelt" durch eine kegelförmige Fingerstellung, "Tod" durch eine Abwehrgeste beider Hände, "Sonne" durch einen Kreis, "Baum" durch eine Nachahmung von "Zweigen" und ähnliche Begriffe durch ähnliche Gebärden ausdrücken. Die zweite Art der Gebärdensprache — das rein mimische Darstellen ganzer Sätze ermöglicht eine fortlaufende Rede ohne den Gebrauch eines einzigen Lautes. Eine gute Beschreibung dieses Sprachsystems liefert der alte Entdecker Adair:

Die eingeborenen amerikanischen Indianer unserer Tage sind mindestens ebenso gute Pantomimiker, wie es etwa die alten Griechen oder Römer gewesen sind und wie man es in der Taubstummensprache der Zivilisation noch heute beobachten kann. Sie verstehen die differenziertesten Dinge durch Gesten, Handlungen und Gesichtsbewegungen auszudrücken. Zwei voneinander entfernt lebende Indianerstämme, von denen jeder nicht ein Wort von der Sprache des anderen versteht, vermögen sich ohne die Hilfe eines Dolmetschers auf diese Weise klar und deutlich zu unterhalten und sogar Verträge miteinander abzuschließen. Dies geschieht mit einer kaum glaublichen Präzision."

Durch diese Kenntnis der Gebärdensprache haben also die Naturvölker ein Problem gelöst, das die internationalen Verhandlungen der Völker im Laufe der Geschichte stets außerordentlich erschwert hat — vom Turmbau zu Babel bis zu den komplizierten und langausgedehnten Übersetzungsmanövern der Vereinigten Nationen — und das die Zivilisation bisher noch nicht in dieser einfachen Weise zu lösen verstanden hat. Die Zeichensprache, dieses Esperanto der Wildnis, wird noch heute von zahlreichen amerikanischen und afrikanischen Stämmen angewandt.

Erst die vor verhältnismäßig sehr kurzer Zeit gemachte Erfindung des Rundfunks hat die alte Tatsache beseitigt, daß optische Zeichen weitere Gebiete erreichen als akustische. Vorher war die Reichweite der sichtbaren Signale erheblich größer. Aus diesem Grunde sind wohlausgebildete Methoden erfunden worden, um die menschliche Gebärde durch Hinzufügung anderer sichtbarer Signalformen, wie vor allem des Rauches und des Feuers, noch weiterhin erkennbar zu machen.

Wenn zum Beispiel ein Indianer eine sich nähernde Büffelherde bemerkte, eilte er zu einem erhöhten Punkt in der Sichtweite seiner Stammesgenossen, erhob seine Schlafdecke mit beiden Händen über seinen Kopf und ließ sie langsam niedersinken — ein Zeichen, das die ganze Gemeinschaft auf die Beine brachte. Dieses "Morsesignal" des Hebens und Senkens einer Decke in genau abgemessenen Bewegungen wurde durch die abwechselnde Sichtbarmachung und Bedeckung eines rauchenden Feuers weiterhin vervollkommnet und ermöglichte eine Nachrichtenübermittlung über weit voneinander entfernte Gebiete. Wenn kein Feuer zur Hand war, wurde zu Signalzwecken Staub in ähnlicher Weise aufgewirbelt. Wenn die Seminolen sich in weit verstreuten Gruppen auf der Jagd befanden, blieben sie durch Rauchsignale miteinander in Verbindung. Swanton berichtet, daß sie an strategischen Punkten Feuer anlegten und den Rauch in regelmäßigen Intervallen mit Decken unsichtbar machten, so daß die entsprechenden Signale auf weite Entfernung ausbuchstabiert werden konnten. Auch bei den südamerikanischen Pueltsche und Ranqueles dienen Rauch- und Feuersignale besonders in Kriegszeiten zur Übermittlung von Befehlen. Ganz ähnliche Methoden wurden von den Galliern während ihrer Kriege gegen Cäsar angewandt.

Lichtsignale verfolgen denselben Zweck. Sie wurden zum Beispiel von den Cibicuindianern benutzt, als ein neuer Regierungsverwalter, den eine Cibicuabordnung begleitete, im Jahre 1902 den zu ihrem Tale führenden Bergrücken hinunterstieg. Die ihn begleitenden Indianer begannen, wie Reagan erzählt, zahlreiche Signale zu ihren Stammesgenossen hinabzusenden, indem sie in genauen Intervallen mit Hilfe kleiner Spiegel Sonnenreflexe ins Tal funkten. Bald kam die Antwort aus dem Tale. Ihr Wortlaut war: „Wir alle befinden uns wohl. Wir haben genügend Nahrungsmittel zur Hand." Als die Gruppe schließlich bei den Cibicu eintraf, „fanden sie alle Indianer vollzählig versammelt, denn die Signale hatten sie herbeigerufen".

Um die beständige Wiederholung gewisser Standardsignale zu vermeiden, haben die Naturvölker Mittel und Wege gefunden, derartigen Meldungen eine gewisse Dauer zu verleihen, und zwar durch Wegweiser, Warnungszeichen, Notrufe und, in gewisser Weise, auch durch Eigentumsmarken.

So errichten die Schoschonen auf Steinhaufen Signalpfähle, die die genaue Richtung der Wasserplätze anzeigen. Die Kiatexamuteskimo geben bei Wanderungen ihre Reiseroute durch mit Grasbüscheln markierte Stäbe an, die in regelmäßigen Abständen verfolgt werden können. In Afrika sind besonders die Ewe von Togo Fachleute in der Markierung der Dschungelpfade. Der „richtige" Weg wird frei gelassen, während man den „falschen" mit Laub und Gras bedeckt. Die Tungusen warnen den Wanderer vor aufgestellten Fallen, indem sie einen jungen Baum fällen und einen Pfeil an ihm befestigen, dessen Spitze nach unten deutet. Zeigt der Pfeil nach oben, so bedeutet dies, daß der Fallensteller die Gegend verlassen hat.

Wegweiser werden jedoch nicht nur zur Erleichterung des Reisens aufgestellt — sie haben oft auch die Bedeutung von Warnungssignalen, die das Betreten eines bestimmten Gebiets verbieten. Ist zum Beispiel ein Ort von ansteckender Krankheit befallen, so stellen die Apachen eine tote Eule oder ihr geschnitztes Ebenbild als „Todeszeichen" an den dorthin führenden Pfaden auf. Als bei den Apachen eine Pockenepidemie ausbrach, wurden alle in ihr Gebiet führenden Wege mit Eulensymbolen versehen, und da kein anderer Indianer daraufhin wagte, dieses Gebiet zu betreten, blieb die Krankheit auf einen engumgrenzten Ort beschränkt.

Derartige Zeichen haben vor allem den Zweck, den Passanten zu seinem eigenen Besten vor Unheil zu schützen. Es gibt aber auch andere, die in der Absicht errichtet werden, Hilfe herbeizurufen und den Helfer zu einem genau bezeichneten Orte hinzuleiten. Derartige Zeichen habe ich besonders bei den Montagnais-Naskapi-Indianern in Labrador beobachtet, die in ihrem subarktischen Klima auf gewaltigen, einsamen Jagdgründen oft viele Meilen entfernt von ihren nächsten Stammesgenossen leben. Da ihre Lebensbedingungen außerordentlich schwer sind, haben diese Indianer ein ganzes Signalsystem zur gegenseitigen Hilfe ausgearbeitet. Jeder an den unbekannten Wanderer gerichtete Hilferuf muß sofort von jedem, der ihn sieht, mit der Tat beantwortet werden, und eine Weigerung würde als Schwerverbrechen geahndet. Der Ehrenkodex der Wildnis gebietet, selbst dem verhaßten Feind sofort zu Hilfe zu eilen, was in der Tat jedesmal geschieht. Die „Hilferufe" bestehen aus gekerbten Pfählen, die an strategischen Wegstellen aufgestellt werden und die genaue Richtung des Zeltes des Kranken oder Notleidenden angeben. In den meisten Fällen ist der Hilferufende vom Hungertode bedroht. Der Passant, der ein derartiges Zeichen bemerkt, eilt entweder sofort zur Unglücksstätte oder befestigt, falls er keine Hilf s- und Nahrungsmittel bei sich hat, ein Nachrichtszeichen an den Pfählen, um entweder mitzuteilen, daß er das Nötige holen und später wiederkommen wird oder um etwaige andere Vorbeikommende zur vereinten Hilfeleistung aufzufordern. Auf diesen Nachrichtenpfählen kann man alle notwendigen Details ablesen: nicht nur die Lage des vom Unglück heimgesuchten Zeltes, sondern auch die Anzahl der erkrankten Personen und die Art ihres Leidens. Alles dies wird durch die Form und Tiefe der eingeschnitzten Kerben angezeigt. Der hilfsbereite Wanderer fügt weitere Informationen hinzu, indem er aus Zweigen einen Kranz flicht und ihn über die Pfosten hängt. Wenn die Kerben mit Holzkohle geschwärzt sind oder wenn ein geschwärzter Stab an den Signalpfosten aufgehängt wird, kann der Vorüberkommende hieraus ersehen, daß weitere Hilfe zu spät kommen würde und daß die Erkrankten bereits verstorben sind.

Auch die bei manchen Naturvölkern sehr verbreiteten Eigentumszeichen sind nichts anderes als öffentliche Ankündigungen, daß ein bestimmter Gegenstand einer bestimmten Person oder Personengruppe gehört. Sie bedeuten gleichzeitig eine Warnung für etwaige Diebe. Die Kanus der Eskimo und auch die Renherden der Lappen und Tungusen, die das Eigentum von Gruppen sind, werden auf diese Weise mit Eigentumszeichen markiert. Die Lappen und Tungusen schneiden ihre Eigentumszeichen in die Ohren der betreffenden Tiere ein, während die Samojeden diese in die Schenkel der Rene einbrennen. Jede Eigentumsmarke darf nur von dem Besitzer selbst verwendet werden, sei es nun ein Individuum, eine Familie oder eine ganze Sippe. Kein anderer darf sie irgendwo anbringen. Auch die Araber brennen ihren Herden die Eigentumszeichen ihres Stammes ein, und alle ihre Kamele, Schafe und Pferde tragen dieses sogenannte was m. Auch die kanadischen und nordamerikanischen Indianerstämme kennen Eigentuniszeichen, die in Südamerika jedoch weniger verbreitet sind, obwohl zum Beispiel die Mbaya, die Aschluslay und die Tschiriguano ihre Eigentumsmarken auf Tieren, Sklaven, Werkzeugen und sogar Frauen anbringen.

Moderne Tierzüchter der zivilisierten Länder haben für ihre Tiere diese alte Sitte als die praktischste auf diesem Gebiet übernommen. So tragen etwa Rennpferde das Wappen ihres Stalles in ihren Körper eingebrannt. Die Monogramme auf unseren modernen Wäschestücken, Koffern und Taschen gehören in dieselbe Kategorie.

Eine andere Gruppe von Nachrichtenmitteln richtet sich nicht so sehr an die allgemeine Öffentlichkeit als vielmehr an ein bestimmtes Individuum oder an eine genau bezeichnete Gruppe. Derartige Mitteilungen können, wie etwa eine kaufmännische Ordre, privater Natur sein, oder sie haben eine politische oder diplomatische Bedeutung.

Hierzu gehören die geschnitzten Nachrichtenstäbe der Australier, die jedoch mehr mnemotechnischer Bedeutung sind, da sie der Interpretation des Überbringers bedürfen. Der auf ihnen eingeschnitzte Text ist eine Art Gedächtnishilfe für den Träger und enthält entweder eine Einladung zu Festen oder Initiationszeremonien oder einen kaufmännischen Auftrag. So kann ein solcher geschnitzter Stab, der von der „Firma" Sandy geschickt wird und an die „Firma" Känguruh gerichtet ist, zum Beispiel durch Eilboten eine Sendung der narkotischen Pituripflanze begleiten, mit der Bitte um umgehende Bezahlung in Speeren und Bumerangs.

Die sogenannten „Diplomatenbündel" oder „Diplomatenstäbe", die zwischen einzelnen Stämmen verschickt werden, sind internationaler Natur. So sandten zum Beispiel die nordamerikanischen Indianer der Regierung der Vereinigten Staaten gewisse Bündel zu, die einen federgeschmückten Maiskolben enthielten, dessen ausgehöhltes Innere mit Tabak (Angebot der Friedenspfeife) gefüllt war. Um seine Mitte war eine mit gelben Federn verzierte Wollschnur geschlungen. Diese Nachricht bedeutet: „Wir sind bereit, die Friedenspfeife mit dem Präsidenten zu rauchen." In anderen Worten: es war ein Friedensangebot.

Wenn die Lutsu von Osttibet ihren Feinden den Krieg erklären, so senden sie ihnen einen mit Federn besteckten, geschnitzten Stab, der bedeutet, daß bereits viele Hundert Krieger sich auf dem Wege befinden, um mit Vogelschnelle in das feindliche Gebiet einzudringen. Die afrikanischen Njam-Njam drücken eine Kriegserklärung dadurch aus, daß sie einen Maiskolben und eine Hühnerfeder auf den Pfad der Feinde legen und einen Pfeil an. einem Zweige darüber befestigen. Dies bedeutet, daß jeder, der diese Zeichen mißachtet, durch den Pfeil sterben wird, besonders, wenn er etwa versuchen sollte, die Felder zu bestehlen oder Hühner zu schlachten.

Zuweilen können derartige Botschaften oder Briefe einen sehr privaten Inhalt haben und etwa Liebesbriefe darstellen. Zu dieser Gruppe gehört der bekannte Brief eines Jukagirenmädchens, der (wahrscheinlich nicht ganz ohne europäischen Einfluß) auf ein Stück Birkenrinde eingeritzt wurde, einer der beliebten "Tos", mit deren Abfassung sich die Jukagirinnen mit Vorliebe beschäftigen. Er ist unter anderen von Weule interpretiert worden und enthält eine traurige Nachricht von einer Liebesenttäuschten. Das betrogene Mädchen, die Briefschreiberin,(C) sitzt in ihrem Hause (A und B). Die gekreuzten Linien bedeuten Kummer. Die Punkte oben rechts von C sind der Zopf des Mädchens. Ihre Rivalin ist F, eine Russin mit Zopf und Rock. G ist der ungetreue Liebhaber, dessen Beziehungen zu der Russin durch die gekreuzten Linien im Oberteil der Zeichnung ausgedrückt werden. Die von der Rivalin zu A führende Linie J durchschneidet die Liebeslinien, die von dem Manne G zur Brief-schreiberin führen. M sind die treuen Gedanken der Verlassenen, 0 ist ein jukagirischer Galan, der ihre Zuneigung zu gewinnen sucht. P und Q sind die Kinder des ungetreuen Paares F und G. Der Wortlaut des Briefes wäre also ungefähr der folgende: „Du hast mich um dieser Russin willen verlassen, die es Dir verwehrt, zu mir zurückzukehren. Vielleicht werdet Ihr sogar Kinder in die Welt setzen. Ich werde Dir die Treue wahren und mich niemals trösten lassen, obwohl ein anderer Mann mich liebt."

Eine andere Variante dieser persönlichen oder an die Allgemeinheit gerichteten mnemotechnischen Nachrichtenübermittlungen sind die sich auf Zählschachteln, Knotenschnüre oder Wampumgürtel stützenden Gedächtnishilfen. Um Zahlen oder Ereignisse zu "verzeichnen", zählen etwa die Cara von Ekuador verschieden gefärbte und geformte Kieselsteine ab, die in kleinen Holzkästen aufbewahrt werden. Ähnliche Schachteln sind im peruanischen Küstengebiet zu statistischen Zwecken üblich. Weit bekannter sind jedoch die berühmten Khipus oder Quipus, die in den Gräbern der alten Peruaner gefundenen Knotenschnüre. Sie wurden hauptsächlich zum "Niederschreiben" amtlicher Daten, zum Aufzeichnen der empfangenen Steuergelder und zu ähnlichen verwaltungstechnischen Buchungen verwandt und bestehen aus einer Reihe kompliziert angeordneter, geknoteter Schnüre, die an einem geschnitzten Holzstab befestigt sind. Selbst Gedichte und andere literarische Werke sind in dieser Knotenschrift niedergelegt worden, ihr Hauptzweck war jedoch der einer Gedächtnishilfe neben dem gesprochenen Wort. Die Farben der einzelnen Schnüre bezeichnen den Bezug der Niederschrift (Provinz, Stamm, Art der betreffenden Menschengruppe usw.), während Nummern durch die Formen der Knoten ausgedrückt werden. Selbst "Fußnoten" wurden durch das Anknüpfen von Nebenschnüren angebracht. Die Khipu-Archive wurden von einem besonderen Regierungsbeamten, dem khipucamayox, bewacht. Ihr Gebrauch ist jedoch nicht auf Peru allein beschränkt gewesen. Auch das alte China und die von ihm beeinflußten Gebiete kannten die khipu - "Schrift", und sie ist, wenn auch in vereinfachter Form, noch heute bei verschiedenen südamerikanischen Indianerstämmen im Gebrauch.

Die zuweilen in Verbindung mit bildlichen Darstellungen benutzten Wampumgürtel der nordamerikanischen Indianer waren vor allem amtliche Dokumente und Kontrakte. Obwohl ihr "Text" ursprünglich nur von den beiden vertragschließenden Parteien genau „gelesen" werden konnte, entwickelten sie sich doch zu einer Art generellem Nachrichtenmittel, nachdem die Anordnung der zu ihrer Anfertigung verwandten quohaug - Muscheln und die symbolische Bedeutung ihrer weißen und violetten Farbe auch Außenstehenden bekannt geworden war. Die violetten Muscheln wurden höher bewertet als die weißen, und die gewebten Wampumgürtel hatten unter den Eingeborenen einen hohen Geldeswert. Im Jahre 1682 schloß William Penn in Shakamaxon seinen berühmten Territorialvertrag mit den Lenni-Lenape-Indianern mit Hilfe eines solchen Wampumgürtels, der sich noch heute im Besitz der Historischen Gesellschaft Pennsylvaniens befindet.

Wenn wir diese Gedächtnishilfen mit den Ton- und "Funk"-signalen der älteren Kulturen vergleichen, so sind sie von diesen insofern grundlegend verschieden, als sie dauerhafter Natur sind und regelrechte Dokumente darstellen. Jedoch bedürfen die bei ihrer Herstellung angewandten Symbole einer Interpretation, die nur durch einen in das System Eingeweihten in korrekter Weise erfolgen kann.

Bedeutend realistischer und allgemeinverständlicher sind daher die bei anderen Nachrichtenmitteln verwandten Bilder der behandelten Gegenstände selbst, die für sich selber sprechen. So hat sich aus den optischen Nachrichtenmitteln ein klarer Zug zum gezeichneten Bilde als Ausdrucksmedium des niederzuschreibenden "Textes" entwickelt. Besonders die bildlichen Darstellungen von Geschehnissen und die Malereien der arktischen Stämme, der Prärieindianer, der Eingeborenen der westlichen Karolinen und der Palau-Insel liefern ausgezeichnete Beispiele für diesen Typ der Nachrichtenübermittlung. Die täglichen Erlebnisse, die besonderen Ereignisse im Leben dieser Völker und ihre Stammesgeschichten sind auf diese Weise aufgezeichnet worden. Die Genauigkeit der verzeichneten Texte wird von der Gemeinschaft kontrolliert, und schwere Strafen bedrohen etwa den Chronisten, der die öffentliche Meinung durch bewußt falsche Darstellung der Tatsachen irrezuleiten sucht.

Zu den bekanntesten derartigen Bilderhandschriften gehören die Chroniken oder „winter oounts" der nordamerikanischenlndianer,die eine genaue Beschreibung der wichtigsten Ereignisse der Stammesgeschichte darstellen, die durch gezeichnete Personen, Tiere und Szenen ausgedrückt werden. Eine der schönsten dieser Chroniken ist die die Geschichte der Delawareindianer festhaltende walani o l u m („lebenswahre Malerei") aus der Zeit vor der Ankunft der Europäer. Die Schicksale und Abenteuer vieler Stämme sind von ihnen in prächtiger Technik auf Büffelfelle, Mäntel und Zelte gemalt worden und enthalten die Schilderungen von Überschwemmungen, Kriegen, Nahrungsüberfluß, Not, Krankheit und allen lebenswichtigen Ereignissen.

Solche Bilderhandschriften lesen sich für die Kundigen wie interessante Zeitungsartikel. Wenn wir uns zum Beispiel die Eskimoreportage etwa einer Seehundjagd ansehen, so finden wir in den zwölf dazugehörigen Zeichnungen eine außerordentlich lebendige Tatsachenbeschreibung. Links steht der Autor des „Artikels", der als eine Art Zeremonienmeister mit der rechten Hand auf sich selber zeigt, während die Linke in die Richtung weist, in der die Geschichte sich zutrug. Der neben ihm stehende Mann zeigt mit seinem Ruder den Weg des Jagdkanus an. Sein Nachbar zur Rechten erklärt, wie lange es dauerte, bis die Jäger ihren ersten Bestimmungsort erreichten (rechte Hand am Kopf: schlafen; der eine erhobene Finger der linken Hand: eins, also: eine Nacht). Der Kreis mit den zwei Punkten ist der erste Halteplatz: eine Insel, auf der sich zwei Hütten befinden. Neben der Insel erscheint der Autor von neuem, um zu erklären, daß die Jäger sich nun zu einer zweiten Insel (auf der sich keine Wohnungen befanden) weiterbegaben, wo sie zwei Nächte lang schliefen, wie der Mann mit den beiden erhobenen Fingern anzeigt. An dieser Stelle wird nun die Geschichte spannend. Wie die Geste des nächsten Mannes zeigt, sichtete man zwei Seehunde (seine beiden ausgestreckten Finger machen die Gebärde für "Seehund"), und die Jäger machten ihre Harpunen schußbereit. Das Bild des Seehundes zeigt die beiden Beutetiere symbolisch an. Sie wurden aber nicht mit der Harpune, sondern mit Pfeil und Bogen erlegt. Nachdem das Ziel der Jagd also erreicht war, konnten die Jäger sich zur Heimkehr rüsten (Kanu mit zwei Insassen, deren Ruder nach unten gerichtet sind) und endlich wieder in ihren dauerhaften Winterhäusern schlafen, die im letzten Bilde eines Iglus dargestellt sind. Damit endet die von einem begabten Zeitungsmann „geschriebene" Geschichte von der Seehundjagd.

Wenn jedoch derartige „Reportagen" noeh so lebendig erscheinen, so sind auch sie mehr oder weniger nur Gedächtnishilfen, die man erst dann voll verstehen kann, wenn entweder einer der Teilnehmer oder ein genau mit der Eskimokunst vertrauter Außenstehender die Bilderfolge interpretiert. Würden die Bilder ohne weitere Erklärung einfach gezeigt, so wäre ihre Auslegung allzusehr der Phantasie überlassen. Sie kann auf jeden Fall nur eine generelle Vorstellung des vom Zeichner beabsichtigten „Textes" vermitteln.

In Gebieten, wo die Eingeborenen an das Schreiben und Lesen solcher Bilderfolgen von alters her gewöhnt waren, haben die weißen Eindringlinge die Begabung jener Völker oft dazu benutzt, vor allem die Lehren der christlichen Religion in Bilderfolgen von den einheimischen Künstlern darstellen zu lassen. So haben katholische Priester etwa in Mexiko den gesamten Katechismus auf gewaltige Stoffbahnen malen lassen, die den Gläubigen während des Gottesdienstes gezeigt wurden.

Eine lange Entwicklungsreihe hat nun von den naturalistisch-zeichnerischen Darstellungen eines Gedankens oder Ereignisses zur Herausbildung des rein linearen, abstrakten Symbols geführt, das wir als Buchstaben bezeichnen. Vom gezeichneten Bild bis zum Alphabet war durchaus kein kurzer Sprung möglich, sondern in langsamer Folge bildeten sich der symbolische Satz, das gezeichnete Wort, die gezeichnete Silbe und endlich jene phonetisch genau umrissenen Lautgruppen heraus, die im Alphabet zusammengefaßt sind. Von einer Schrift können wir erst dort reden, wo gleiche geschriebene Symbole eine unabänderlich feststehende Bedeutung haben, die jeder des Lesens Kundige sofort in die gesprochene Sprache übertragen kann. Die Schrift ist eines der charakteristischen Merkmale der Hochkultur. Die Entwicklungstendenz der Schrift geht vom naturalistisch gezeichneten Bilde zum abstrakten Symbol, vom individuellen Bilde zum allgemein gültigen Zeichen, dessen Urbild man oft wegen der langen und komplizierten Entwicklung nicht mehr erkennen kann. Besonders die Schriftzeichen der chinesischen, babylonischen, sumerischen, assyrischen und ägyptischen Hochkulruren liefern ausgezeichnete Beispiele für die einzelnen Stadien dieser Entwicklung.

Die meisten ägyptischen Hieroglyphen können genau auf die ursprüngliche bildliche Darstellung des betreffenden Gegenstandes zurückgeführt werden, die sich dann zu dem späteren „abstrakten" Schriftzeichen umgeformt hat. So verwandelte sich etwa der um 2900 v. d. Zr. noch realistisch gezeichnete Steinkrug in acht verschiedenen Metamorphosen endlich um 400 v. d. Zr. in das „hnm", und das zum Ausdrücken abstrakter Begriffe verwandte Zeichen „md3.t" entwickelte sich aus der naturalistischen Darstellung einer Papyrusrolle.

Selbst in den modernen chinesischen Schriftzeichen läßt sich noch das hervorragend vereinfachte ursprüngliche Bild des dargestellten Objektes oder Gedankens erkennen.

Die assyrische Keilschrift jedoch hat sich b'ereits sehr früh von der naturalistischen Bildzeichnung emanzipiert, und es ist nur dem Kundigen möglich, in den späteren Keilsymbolen das Urbild zu erkennen.

Unser eigenes Alphabet geht auf das phönikische zurück und hat fast unverändert die Jahrhunderte überlebt. Moderne Skeptiker wie etwa George Bernard Shaw haben es jedoch als unpraktisch und allzu weitschweifig erklärt, und Mr. Shaw hat verschiedentlich Eingaben bei der englischen Regierung gemacht, um die Gründung eines neuen phonetischen englischen Alphabets anzuregen, in dem jeder Laut nur durch ein einziges Schriftzeichen ausgedrückt werden sollte. Während des zweiten Weltkrieges hat er ausgerechnet, daß ein im täglichen Gebrauch „ersparter" Buchstabe jeden Tag ja nicht einmal, sondern millionenmal eingespart werden würde und „daß die Kosten des ganzen Krieges eingebracht werden könnten, wenn das phönikische Alphabet modernisiert und durch Zuhilfenahme von siebzehn Buchstaben aus dem griechischen Alphabet verkürzt werden würde". Es hat sich jedoch während der verflossenen Jahrtausende als rechtbrauchbar erwiesen.

Wenn die Menschheit heute die Absicht haben sollte, dem genialen Erfinder der Schrift ein Denkmal zu errichten, so wäre dies in der Tat unmöglich, denn kein einzelner Mensch hat dieses Verdienst erworben. Es kann jedoch gesagt werden, daß die Priesterschaften der alten Hochkulturen bei der Herausbildung und Vervollkommnung der jeweiligen Schriftzeichen ihrer Völker eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Kenntnis der Schreibkunst, die Fähigkeit, das gesprochene oder memorierte Wort in dauerhafter Form aufzuzeichnen, bedeutete Macht, und diese Macht ist im Anfang der Geschichte von den Trägern der politischen und geistigen Autorität mit Eifersucht gehütet worden. Denn mit diesem Wissen begann ein neues Zeitalter, die Epoche der geschriebenen Geschichte. Die Traditionen, Gesetze, Glaubensbekenntnisse und die großen Werke der klassischen Literatur konnten von nun an aufgeschrieben werden und wurden in den Tempeln und in den Bibliotheken der Herrscher sorgfältig verwahrt. Der einfache Untertan jedoch wurde von dieser Kenntnis der Schrift ausgeschlossen, die das alleinige Vorrecht der Priester und einiger hoher Staatsbeamter war.

Bei der Niederlegung der Schriftstücke spielte das zur Verfügung stehende Schreibmaterial eine wichtige Rolle. Zu den ältesten "Büchern" gehörten die von den Babyloniern und Assyrern benutzten Schreibtafeln aus gebranntem Ton. Die Ägypter verwandten vor allem den Papyrus, dessen indisches Gegenstück gebündelte Palmblätter waren. Bereits im dritten Jahrtausend v. d. Zr. wurden in Ägypten die Stengel des Papyrusstrauches (Cyperus) geschnitten, zusammengeleimt und zu Buchrollen verarbeitet. Von ungefähr 1400 v. d. Zr. an löste dann das Pergament den Papyrus ab, das aus chemisch enthaarten, weichgemachten und mit Bimsstein geglätteten Tierhäuten bestand. Die rollenförmigen Papyrusbücher" wurden damit überflüssig, und die neue rechteckige Form des Buches entstand.

Das Pergament war jedoch ein sehr kostbares Material, mit dem man sparsam umgehen mußte. Deshalb wurden ältere Texte oft mit Schwämmen abgewaschen, worauf man die Tierhaut sauber abkratzte und für neue Schriftstücke verwandte. Diese Sparsamkeitsmaßnahmen haben es der modernen Wissenschaf t in vielen Fällen ermöglicht, ältere Handschriften unter den jüngeren zu entdecken und zu entziffern und die Texte dieser „Palimpseste" (aus dem Griechischen palin psestos, „abgekratzt") unserem Wissen zugänglich zu machen. Unter den berühmtesten uralten Pergamenten, die auf diese Art wieder lesbar gemacht wurden, befindet sich vor allem das im Britischen Museum aufbewahrte kostbare Palimpsest, auf das im elften Jahrhundert ein syrischer Text über einen aus dem neunten Jahrhundert stammenden römischen geschrieben wurde, der wieder eine dritte Handschrift des Granius Licianus überdeckte, die im siebenten Jahrhundert in der Unzialschrift aufgezeichnet worden war.

Die Bedeutung des vorhandenen Materials für die Entwicklung des modernen Buches geht auch aus der linguistischen Tatsache hervor, daß das lateinische über („Buch") wörtlich „innere Rinde" oder "Bast" bedeutet und daß das griechische b i b l o s das Wort für „Papyrus" war, das Material, auf das die ältesten Bücher geschrieben wurden.

Durch die Kostbarkeit des verwandten Materials und die mühevolle Prozedur des Schreibens und Abschreibens der alten Handschriften wurde der Besitz eines Buches zum Vorrecht nur weniger Auserwählter. Erst die Erfindungen des Papiers und der Buchdruckerkunst ermöglichten eine weite Verbreitung der niedergelegten Texte. Das Papier ist wahrscheinlich im zweiten Jahrhundert von den Chinesen erfunden worden, und in diesem Falle ist uns sogar der Name des Erfinders bekannt. Ts'aiLun war der Mann, der mit Hilfe von Rinde, Lumpen, Hanf und Fischnetzen die ersten Versuche auf dem Gebiet der Papierherstellung unternahm. Durch chinesische Kriegsgefangene gelangte die Kenntnis des Papiers während des achten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung nach Turkestan. In Bagdad wurde im Jahre 794 von der Regierung die erste Papierfabrik eingerichtet. Durch die Araber kam die Kunst des Papiermachens nach Europa, wo 1340 in Fabriano (Italien) das Papier zum erstenmal fabrikmäßig hergestellt wurde. Etwa hundert Jahre später trug die Erfindung der Buchdruckerkunst (die der chinesische Schmied Pi Scheng schon im elften Jahrhundert gemacht hatte) durch Johann Gutenberg in weitestem Maße dazu bei, den Weg des modernen Buches vorzubereiten und die Schätze der Literatur in die Reichweite jedes Wißbegierigen zu bringen.

Der ursprüngliche Zweck des Buches war und ist noch heute die Verbreitung von literarischen Werken. Es kann nicht als ein Medium der Nachrichtenübermittlung angesehen werden. Der Gebrauch des gedruckten Wortes zur Information über Tagesneuigkeiten entwickelte sich erst im sechzehnten Jahrhundert durch die religiösen "Relationen" und die Pamphlete der Reformation. Die ersten regelmäßig erscheinenden Zeitungen gehen auf das Jahr 1609 zurück. Sie erschienen in Augsburg und Straßburg. Sowohl das alte angelsächsische Wort g e t i d a n wie das deutsche Wort Zeitung bedeuten wörtlich "Neuigkeit".

Mit der fortwachsenden Vervollkommnung der Zeitungen und dem Bedürfnis nach schnellster Übertragung der Tagesneuigkeiten entwickelten sich dann die Nachrichtenbüros vom berittenen Überbringer der "letzten Post" bis zu den modernen Telegraphenagenturen und ihrem wirksamsten Hilfsmittel, dem elektrischen Funken. In der Form von Bildfunk, Radiotelegraph und Rundfunk ist die Elektrizität heute zum Nachrichtenträger geworden, der dem Auge sowohl wie dem Ohr die neuesten Meldungen auf schnellstem Wege zuführt. Die dabei zu bewältigenden Entfernungen sind unwesentlich geworden, und akustische sowohl wie optische Nachrichtenübermittlung funktionieren mit gleicher Geschwindigkeit.

Aber trotz der komplizierten Systeme unserer modernen Nachrichtenmittel bedient sich die Zivilisation noch heute einer großen Anzahl uralter Signalmittel. Die von Schiffbrüchigen in die Luft geschossenen Raketen, die Verkehrslichter der Eisenbahnen, die visuellen Signale der Flotten und Heere erinnern noch durchaus an die Rauch- und Feuerzeichen und die Blink"alphabete" der Naturvölker. Das Nebelhorn und die Klopfbuchstaben der Morsesignale sind den Trommelsprachen der Wildnis eng verwandt. Die Radionachricht spricht — sie ist aber selbst heute nur einem kleinen Teil der Erdbevölkerung zugänglich.

Quelle: VVV Volk und Buch Verlag Leipzig 1951, Vom Ursprung der Dinge; © by sykr jadu 2003


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